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Das hatte selbst der
weit gereiste Minister noch nicht erlebt. Als Bernd Busemann am Mittwoch
(24. Mai) an der Einweihung des Ganztagszentrums an der Alexanderschule
Wallenhorst teilnahm, leuchteten dem niedersächsischen Kultusminister
farbenfrohe Plakate entgegen. Auf diesen hatten die Hauptschülerinnen und
–schüler aller Klassen kreativ ihren Dank für das neue Gebäude
ausgedrückt. Diese Geste beeindruckte den Politiker so sehr, dass er später
in seinem Grußwort ausdrücklich darauf zurückkam: „Man merkt einfach,
dass an dieser Schule ein gutes Klima herrscht. “
Ein Klima, das sich auch in der gesamten Eröffnungsfeier ausdrückte.
Engagiert hatten die Kinder und Jugendlichen mit ihren Lehrkräften
unterhaltsame Programmpunkte für die rund 200 geladenen Gäste
vorbereitet. So trug eine Gruppe unter Leitung von Peter Papke den
„Alexanderschulsong“ und eine zweite unter Leitung von Ute Jäckel das
Lied „Singt und tanzt, Kinder der Welt“ vor.
Nicht weniger mitreißend präsentierten sich die Schülerinnen, die mit
Lehrerin Nicole Siekiera einen Tanz einstudiert hatten. Die Theater-AG
wiederum hatte sich eines ganz klassischen Stoffes angenommen und unter
Leitung Rosi Siefke die Prometheus-Sage gelungen inszeniert.
Dass das neue Ganztagszentrum für solche und viele weitere kulturelle,
sportliche oder soziale Schüleraktivitäten einen optimalen Rahmen
bietet, klang auch in den Grußworten der Gäste an. Wallenhorsts Bürgermeister
Ulrich Belde erklärte, die Alexanderschule zeige mit ihrem
Ganztagsangebot Lösungswege für viele Probleme auf, die deutschen
Schulsystemen angekreidet würden. Hier setze man Chancengleichheit ebenso
um wie Integration und ganzheitliches Lernen. „An der Alexanderschule
Wallenhorst wird nicht nur Unterricht abgehalten, hier wird Schule
gelebt“, sagte Belde.
Schulleiterin Christel Rupp betonte, das Ganztagszentrum trage der veränderten
Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen Rechnung. „Die kreativen
und Bewegungsmöglichkeiten geben vielen Schülern ein Stück
verlorengegangene Lebensqualität zurück“, erklärte sie. Für den
Landkreis Osnabrück sagte der stellvertretende Landrat Dr. Hermann Meyer,
das Ganztagsschulzentrum vermittle neben Bildung als Grundlage jeder
Gesellschaft auch menschliche Prägung und Formung.
Dass der gute Ruf des Wallenhorster Schulzentrums über die
Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist, verdeutlichte der Besuch von
Kultusminister Bernd Busemann bei der Einweihungsfeier. „Die Qualität
des Lernens, Lebens und Arbeitens an dieser Schule“ verdiene Lob, so
Busemann in seinem Grußwort.
Besonders zeichne sich die Alexanderschule durch gezielte
Berufsvorbereitung – „die Partnerverträge einzelner Klassen mit
einheimischen Firmen sind beispielhaft!“ – und durch die Förderung
der Sozialkompetenz aus. „So werden Bildungs- und Erziehungsauftrag
gleichermaßen ernst genommen“, sagte der Minister und lobte ausdrücklich
die engagierte Arbeit der Lehrkräfte.
Nachdem Architekt Hans Riepenhoff den symbolischen Schlüssel für das Gebäude
an Christel Rupp übergeben hatte, segneten Pastor Hans-Georg Meyer-ten
Thoren und Pfarrer Josef Ahrens dieses. Anschließend bot die Schulleitung
den Gästen geführte Rundgänge durch die neuen Räume an, die so manchen
ausgesprochen positiv überraschten – auch den Minister.
Im neuen Teil der Alexanderschule, die seit fast zwei Jahren
Ganztagsschule ist, befinden sich unter anderem Töpferraum, Bibliothek,
Mediationsraum, Kreativwerkstatt, Hausaufgabenräume, Mensa und
Pausenhalle mit Schülercafé. Zudem wurde aus Fenstern, die wegen
Brandschutzvorschriften ausgetauscht werden mussten, kostengünstig noch
eine Dachterrasse gebaut. Ebenfalls war bereits 2005 eine große Schul-
und Freizeitsportfläche angelegt worden.
Insgesamt entstanden in dem Gebäude rund 1.100 Quadratmeter neue Nutzfläche.
Möglich wurde der Bau, für dessen Umsetzung vor allem Flexibilität und
die Schaffung einer „Wohlfühl-Atmosphäre“ ausschlaggebend waren,
nachdem der Gemeinde Wallenhorst im Juli 2004 rund 1,9 Millionen Euro aus
dem Förderprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ der
Bundesregierung bewilligt worden waren. Den Rest der Gesamtkosten von 2,5
Millionen übernahm die Gemeinde selbst.
Die 300 Schülerinnen und Schüler der Alexanderschule wissen diese
Aufwendungen zu schätzen. Rund drei Viertel von ihnen nutzen das
Ganztagsangebot – eine Nachfrage, die ihre Dankbarkeit genauso ausdrückt,
wie es die bunten Plakate zur Eröffnung taten.
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