Gütesiegel-Aktion Weser-Ems

„Startklar für den Beruf“

Dokumentation der Alexanderschule Wallenhorst

http://www.alexanderschule.wallenhorst.org/Guetesiegel2005

Alexanderschule Wallenhorst
Hauptschule mit Ganztagsangebot und 10.Klasse

Maria-Montessori-Straße 3
49134 Wallenhorst
Tel. 05407 860520

 

Inhaltsverzeichnis

1     Situation der Schule
2 Persönlichkeitsstärkung 
2.1 Einübung von Verantwortungsübernahme
2.1.1 Schülerfirma
2.1.2 Schulhofpflege
2.1.3 Schülerlotsen

2.2

Vermittlung einer sozialen Kompetenz

2.2.1 Schulsanitäter
2.2.2 Schüler betreuen Mitschüler
2.3 Stärkung des Selbstbewusstseins
2.3.1 Aufbau einer Schulsozialarbeit

2.3.2

Gezieltes Sozialtraining  

2.4 Befähigung zu Kritik und Selbstkritik
2.4.1 Konfliktlotsen
2.4.2 Theaterpädagogische Arbeit 

2.5

Suchtprävention

3 Leistungsqualifizierung
3.1 Beherrschung der Grundanforderungen Deutsch
3.1.1 Schuleigener Lernzielkatalog
3.1.2 Lese- und Rechtschreibförderung
3.1.3 Schülerzeitung
3.2 Beherrschung der Grundanforderungen Mathematik
3.2.1 Umsetzung im Unterricht
3.3 Förderung des Verständnisses der Wirtschafts- und Arbeitswelt
3.3.1 Partnerschaftsverträge
3.3.2 Zusammenarbeit mit den Krankenkassen
3.4 Förderung des Leistungsverhaltens
3.5 Berufsvorbereitende Leistungsqualifizierung

4

Eignungsorientierung

4.1 Eignungsorientierende Unterrichtsarbeit
4.2 Eignungsorientierende Arbeit auf der Basis von Lernortkooperationen
4.3 Eignungsorientierende Beratungsarbeit auch unter Einbezug externer Berater
4.3.1 Beratung durch die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen
4.3.2 Beratungsarbeit durch die Bundesagentur für Arbeit
4.3.3 Beratungsarbeit durch externe Firmen
4.3.4 Beratungsarbeit durch Partnerfirmen

 

1                         Situation der Schule

Die Alexanderschule ( Hauptschule ) in Wallenhorst besuchen im Schuljahr  2004/2005  323 Schülerinnen und Schüler, die in 15 Klassenverbänden unterrichtet werden: die Jahrgänge 5 – 7 sind zweizügig, die Jahrgänge 8 – 10 jeweils dreizügig.

Da  unsere Schule sich besonders die Vorbereitung auf die Berufswelt zum Ziel gesetzt hat, wurde bei der Suche nach dem Schulprofil der Schwerpunkt im Bereich Arbeit – Wirtschaft – Technik festgelegt.

Nach Abschluss der Hauptschule orientieren sich unsere Schülerinnen und Schüler zur Aufnahme ihrer schulischen oder beruflichen Ausbildung überwiegend zum Oberzentrum Osnabrück. Durch die Ansiedlung von verschiedenen Betrieben in der Gemeinde Wallenhorst in den letzten Jahren ist das Angebot für einen Ausbildungsplatz in der Gemeinde allerdings auch größer und vielfältiger geworden.

Erste Überlegungen, die Ausbildungsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu verbessern, entwickelten sich im Jahr 1998. Zum einen vergrößerte sich die Schere zwischen den Anforderungen in der beruflichen Ausbildung und dem Leistungsvermögen unserer Schüler und Schülerinnen permanent; zum anderen wurde immer deutlicher, dass unsere Schülerinnen und Schüler bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz sehr häufig gegenüber Bewerbern anderer Schulformen benachteiligt waren und sind. So entstand in der Alexanderschule das Kooperationsmodell „Anschub“, an dem unsere Schule, das Arbeitsamt Osnabrück, verschiedene Betriebe aus Wallenhorst und Osnabrück und die Gemeinde Wallenhorst beteiligt sind.

Ziele dieser Ausbildungskooperative sind:

·        Rechtzeitige Erfassung und Begleitung aller Schüler und Schülerinnen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz.

·        Ermittlung von Defiziten unserer Schüler und Schülerinnen im sozialen Bereich; in Anspruchnahme sozialpädagogischer Einrichtungen der Gemeinde Wallenhorst.

·        Kontaktaufnahme zu Betrieben und berufsbildenden Schulen. Firmen und Betriebe werden zur Mitarbeit aufgefordert. Kurzpraktika, Teilnahme am Berufsschulunterricht der Auszubildenden.

·        Einrichtung von Projekttagen für das 8. und 9. Schuljahr mit Kurzpraktika und Bewerbertraining.

·        Ausbildungsplatzbörse: Betriebe stellen sich an einem Projekttag in der Schule vor.

·        Besetzung von Lehrstellen von nicht vermittelten Schülerinnen und Schülern durch die Mithilfe der Gemeindeverwaltung Wallenhorst.

Die Umsetzung dieser ersten berufsvorbereitenden Maßnahmen wurde in den folgenden Schuljahren weiter ausgebaut, ergänzt und modifiziert. Besonders durch die Gewährung von Fördermitteln des Landes Niedersachsen im Jahr 2001 zur Stärkung der Hauptschule konnte die Alexanderschule weitere Maßnahmen und Einrichtungen finanzieren.

·        Zusätzliches Praktikum an der Handwerkskammer Osnabrück für ausgewählte und besonders interessierte Schülerinnen und Schüler.

·        Spezielle Computerkurse für kaufmännische Berufszweige.

·        Einrichtung einer Nachmittagsbetreuung für bedürftige Schülerinnen und Schüler.

·        Einstellung einer Sozialpädagogin an der Alexanderschule.

·        Erweiterung der schon bestehenden Fahrrad- und Motorenwerkstatt.

·        Einrichtung eines Schülertreffs ( Das Alex ) mit freizeitpädagogischen Angeboten.

Im Schuljahr 2002/2003 haben wir mit den Schülern einen weiteren Weg zur Berufsorientierung beschritten, indem wir mit Klassen und ortsansässigen Firmen Partnerschaftsverträge geschlossen haben. Hierauf möchte ich an späterer Stelle noch genauer eingehen.

Seit dem Schuljahr 2004/2005 hat die Alexanderschule ein freiwilliges Ganztagsangebot. Dies ist für uns ein weiterer Meilenstein, weil wir jetzt auch im Nachmittagsbereich die Möglichkeit haben, unsere Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu fordern. Das Nachmittagsangebot wird sehr gut angenommen, von 323 Schülern nehmen 201 am freiwilligen Ganztagsangebot teil. Seit Mai 2005 haben wir eine zweite Sozialpädagogin mit einer halben Stelle

Bedingt durch die Schulstrukturreform, durch die Aufnahme der 5. und 6. Jahrgänge haben wir zurzeit an unserer Schule Raummangel und können viele Dinge noch nicht so umsetzen, wie wir uns das vorstellen. Im nächsten Schuljahr, zum Ende des Jahres 2005, wird unser neu erbautes Ganztagszentrum fertig gestellt sein. In den Sommerferien muss unsere Schule in die derzeitige Realschule umziehen und die Realschule zieht in unsere Räume, weil das neue Zentrum an die Realschule angebaut wird. Das alles sind viele Dinge, die logistisch bewältigt werden müssen, so dass einige Projekte, die wir in Angriff nehmen wollten zurzeit aus Zeit- und Raummangel auf der Strecke bleiben, von uns aber nach dem Umzug und nach Fertigstellung des neuen Gebäudes   durchgeführt werden. Ein Projekt ist das Trainingsraumprogramm, ein weiteres die Teilnahme an dem Projekt der Stiftung der Deutschen Wirtschaft „Ganztagsschule gestalten – Kooperation schafft Zukunft“.

2                        Persönlichkeitsstärkung

2.1                Einübung von Verantwortungsübernahme

2.1.1         Schülerfirma

Seit Beginn der neunziger Jahre befindet sich in der Aula der Alexanderschule ein Verkaufsstand für Schüler. In den beiden großen Pausen werden den Schülerinnen und Schülern verschiedene Getränke und Brötchen angeboten. Die Organisation des Verkaufs, die dazu nötigen Vorbereitungen wie Bestellungen, Schmieren der Brötchen usw. liegt in den Händen mehrerer Schülerinnen. Seit dem Schuljahr 2004/2005 verkaufen die Schülerinnen auch beim Mittagessen Getränke in der Mensa. Die finanziellen Abwicklungen dieses Verkaufs werden ebenfalls von den Schülerinnen erledigt.

 
Die Schülerfirma in Aktion

Leider ist es uns noch nicht gelungen, die Schülerinnen an eine saubere Buchführung heranzuführen, da dies einen zusätzlich hohen Zeitfaktor bedeutet. Dies muss aber unser nächstes Ziel sein. Hier hoffen wir auf die Unterstützung der Berufsbildenden Schulen des Landkreises Osnabrück in Bersenbrück, die uns in Kooperation mit unserer Schule hier ihre Unterstützung zugesagt haben (siehe Anlage). Ebenso müssen wir daran arbeiten, auch Jungen für diese Aufgabe zu gewinnen.

In den letzten Jahren haben die Schülerinnen immer gute Überschüsse erwirtschaftet. Im letzten Jahr ist von diesen Überschüssen zum Beispiel eine Beleuchtungsanlage für die Bühne bezuschusst worden, im Schuljahr davor sind Sitzmöglichkeiten für den Schulhof angeschafft worden.

2.1.2            Schulhofpflege

Im Jahr 1998 entstand bei den Schülern, Eltern und Lehrern die Idee, die Schulhöfe neu zu gestalten, zumal auch ein nicht unerheblicher finanzieller Betrag durch die Gemeinde Wallenhorst bereit gestellt wurde. In einer längeren Planungsphase konnten die Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit einigen Lehrkräften ihre Ideen für eine Umgestaltung einbringen. In einer Reihe von Nachmittagen wurden diese Ideen von einer Schülergruppe unter tatkräftiger Mithilfe von Eltern und auch Lehrkräften umgesetzt.


Sommerblumen werden gepflanzt

Die Pflege und Neubepflanzungen werden von Schülerinnen und Schülern unter Anleitung einer Lehrkraft regelmäßig durchgeführt ( siehe Anlage Presseartikel ). Dieses Projekt läuft jetzt schon seit sieben Jahren und die Schülerinnen und Schüler zeigen hierbei ein hohes Verantwortungsbewusstsein, dass sich auch dadurch äußert, dass sie sogar in den Ferien die Pflege der Anlagen weiter betreuen (siehe Presseartikel im Anhang).


Sommerblumen

Im Rahmen der Umwelterziehung sieht die Alexanderschule in dieser Aktion einen wichtigen Beitrag darin, bei den Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein für Erhaltung und Pflege der Umwelt aber auch den Blick für die Schönheiten unserer Umgebung zu schärfen.

2.1.3         Schülerlotsen

Seit Jahren ist ein Team von Hauptschülern und Hauptschülerinnen morgens vor dem Unterricht im Einsatz als Schülerlotse. Nach einer gezielten Ausbildung sichern sie an zwei verschiedenen Stellen den Schulweg der Grundschüler und Grundschülerinnen. Das erfordert ein besonderes Pflichtgefühl und große Zuverlässigkeit.

2.2                Vermittlung einer sozialen Kompetenz

2.2.1         Schulsanitäter

Seit dem Schuljahr 2003/2004 werden an der Alexanderschule regelmäßig Schulsanitäter ausgebildet und weiter geschult. Dies ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz. Die Schüler erwerben zunächst an zwei Samstagen Grundkenntnisse der ersten Hilfe und werden dann in jeder Woche an einem Nachmittag von einer Berufsschullehrerin weiter geschult. Sie haben sich einen Dienstplan aufgestellt, wer an welchem Tag Dienst hat und dann kümmern sie sich um kranke oder verletzte Schüler bis es denen besser geht oder bis sie von ihren Eltern abgeholt werden.

 
Vorstellung des Sanitätsdienstes beim Tag der offenen Tür 2005

Die Tätigkeit als Sanitäter vermittelt ihnen neben Teamgeist auch Verantwortungsbewusstsein und soziales Einfühlungsvermögen. Zurzeit haben wir 16 ausgebildete Schulsanitäter (siehe Presseartikel im Anhang).

2.2.2         Schüler betreuen Mitschüler

Da die Sozialpädagogin nur mit 20 Wochenstunden an der Alexanderschule tätig ist, kann sie nicht durchgängig Aufsicht im Schülertreff „Alex“ führen. Hier bringen sich Schüler und Schülerinnen der 9. und 10. Klassen ein.

Nach einem selbst erstellten Dienstplan führen sie dort jeweils zu zweit in der Mittagszeit bis 15.30 Uhr Aufsicht, damit das „Alex“ den Mitschülern auch dann zur Verfügung stehen kann, wenn die Sozialpädagogin bereits im Jugendzentrum „Blaue Tonne“ arbeitet.

2.3                Stärkung des Selbstbewusstseins

2.3.1         Aufbau einer Schulsozialarbeit

In Abstimmung mit dem Schulträger ist seit dem 01.10.2001 eine Sozialpädagogin mit 20 Wochenstunden an der Alexanderschule tätig. Ihre Hauptaufgabe lässt sich in folgende Bereiche gliedern:

·        Unterstützung der Lehrkräfte bei der Bewältigung von Konflikten mit problembeladenen Schülerinnen und Schülern

·        Bewerbungsbegleitung von Schülerinnen und Schülern, die eine Berufsausbildung anstreben ( Zusammenarbeit mit dem Wallenhorster Jugendzentrum „Blaue Tonne“ und verschiedenen Partnern aus der freien Wirtschaft ),

·        Organisation und Betreuung des Schülertreffs „Das Alex“.

Im ersten Halbjahr des Schuljahres 2004/2005 führte die Sozialpädagogin eine AG für Mädchen des 8., 9. und 10. Jahrgangs  im Nachmittagsangebot durch. Hierbei ging es vorrangig darum, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken. Es wurde zum Beispiel eine Ausstellung zur Gewaltprävention mit dem Titel „Gewalt gegen Frauen“ besucht, an einem Nachmittag informierten sich die Schülerinnen bei der Frauenbeauftragten der Gemeinde Wallenhorst über deren Aufgabenbereich und Angebote, mehrer Nachmittage kam eine Angestellte von donum vitae, um mit den Schülerinnen über Verhütung und Abtreibung zu diskutieren.

Die Sozialpädagogin ist auch stark bemüht, die Mädchen für das Wallenhorster Jugendzentrum „Blaue Tonne“, das zurzeit sehr stark von Jungen dominiert wird, zu gewinnen, indem sie ihnen die Angebote nahe bringt. Seit einem halben Jahr arbeitet die Sozialpädagogin mit weiteren 20 Stunden in der Woche in der „Blauen Tonne“, sodass hier eine gute Verknüpfung hergestellt ist.

Im Nachmittagsangebot haben wir eine Arbeitsgemeinschaft „Selbstverteidigung“, bei der es nicht nur um die sportliche Seite geht, sondern den Schülerinnen und Schülern auch vermittelt wird, wie wichtig es ist, in bestimmten Situationen NEIN sagen zu können.

In einer Teeny Sprechstunde, die eine Mitarbeiterin von Donum Vitae jeweils in den 9. Klassen abhält, geht es um Liebe und Sexualität bis hin zur Schwangerschaftskonfliktberatung.

Es ist geplant, an der vom Landkreis angebotenen Fortbildung „Schnulleralarm in der Schule“ teilzunehmen und anschließend durch die Sozialpädagogin Kurse für Mädchen  zu diesem Thema in Kooperation mit dem Landkreis durchzuführen.

2.3.2         Gezieltes Sozialtraining

Ein gezieltes Sozialtraining vor allem mit schwierigen Klassen findet in der Schule durch die Sozialpädagogin statt. Ziele sind:

·        Stärkung der Klassengemeinschaft

·        Stärkung des Selbstbewusstseins

·        Reflektion des eigenen Verhaltens

·        Bewusstmachen unterschiedlicher Reaktionen

Der Kletterpark Kalkriese, die Kletterwand und das Kistenklettern im Haus „Maria Frieden“, sowie der Niedrigseilgarten in Rulle sind weitere praktische Übungen und vertrauensbildende Maßnahmen der Erlebnispädagogik.

2.4                Befähigung zu Kritik und Selbstkritik

2.4.1         Konfliktlotsen

Im Jahr 2003 begannen drei Kolleginnen der Alexanderschule eine Ausbildung zur Schulmediatorin, die sie im April 2005 abschlossen. Zu Beginn des Schuljahres startete im Rahmen des Ganztagsangebotes die Ausbildung der ersten Konfliktlotsen. Zehn Schüler und Schülerinnen des achten und neunten Jahrgangs werden hierbei momentan von zwei Schulmediatorinnen betreut. Ein Konfliktlotsenraum ist gemeinsam mit den Konfliktlotsen renoviert und eingerichtet worden. Die Jugendlichen haben im Frühjahr 2005 ihre Arbeit als Konfliktlotsen aufgenommen.

Die Elternschaft der Alexanderschule ist hierüber während der letzten Elternabende beziehungsweise am Tag der offenen Tür ausgiebig informiert worden. Auch die einzelnen Klassen wurden von den Konfliktlotsen über deren Aufgaben und Arbeitsweisen in Kenntnis gesetzt.


Konfliktlotsen

Geplant ist eine regelmäßige Begleitung der arbeitenden Konfliktlotsen durch die Schulmediatorinnen. Parallel hierzu sollen jedes Jahr neue Schüler und Schülerinnen ausgebildet werden, um die Kontinuität der Konfliktlotsenarbeit an der Alexanderschule zu gewährleisten.

Die Ausbildung und gegebenenfalls der Arbeitseinsatz der Konfliktlotsen wird seitens der Schule mit einem Zertifikat, welches die besonderen sozialen Kompetenzen würdigt, bescheinigt. Dieses Zertifikat können die Schüler und Schülerinnen dann auch ihren Bewerbungen beifügen.

Eine Evaluation ist an dieser Stelle noch nicht möglich, da das Projekt erst seit einigen Wochen läuft.

2.4.2         Theaterpädagogische Arbeit

Für den Herbst 2005 wurde die „Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück“ mit ihrem neusten Stück „Große Klappe – stumme Schreie“ für die Klassen 6 und 7 verpflichtet.

Dies Anti-Gewalt-Projekt wird auch von der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen getragen und bei uns vom „arpos Institut e. V. Hannover“ wissenschaftlich begleitet, wobei auch die Eltern durch Befragungen mit einbezogen werden. Die Schüler und Schülerinnen werden ermutigt, sich mit Formen und Folgen von Gewalt zu beschäftigen und spielerisch zu erproben, Gewalt gewaltfrei zu bewältigen.

2.5                Suchtprävention

Neben der unterrichtlichen Behandlung zum Thema „Sucht“ in den Fächern Biologie und Sozialkunde gibt es an der Schule gezielte Aktionen, z.B. die Alkohol-Canabis-Prävention durch die Caritas, Informationen der Polizei über Drogen,  Drogenmissbrauch und rechtliche Folgen, Gespräche mit Drogenabhängigen (z.B. aus der Suchtklinik „Haus Nettetal“), trockenen Alkoholikern von den „Anonymen Alkoholikern“ etc.

3                        Leistungsqualifizierung

3.1                Beherrschung der Grundanforderungen Deutsch

Bei einem großen Teil der Schülerinnen und Schüler unserer Hauptschule ist die Leistungskapazität begrenzt. Die Gründe dafür sind vielfältig, insbesondere wird die geringe Lesefertigkeit in allen Jahrgängen deutlich. Aufgrund von Beobachtungen kann festgestellt werden, dass das selbstständige Lesen und damit die Fähigkeit zum Weiterlernen rückläufig ist. Erziehungsversäumnisse und auch gesellschaftliche Veränderungen wirken so in die Schule hinein. Diese Entwicklung darf uns aber  in der Schule nicht tatenlos machen, das heißt, dass Mindestanforderungen erwartet werden müssen. Aus diesem Grund hat die Fachkonferenz Deutsch der Alexanderschule für die Jahrgänge 5 – 10 einen verbindlichen Lernzielkatalog aufgestellt, damit sich die Leistungsqualifizierung in diesem Bereich verbessern lässt.

3.1.1         Schuleigener Lernzielkatalog

Die Schülerinnen und Schüler sollen

·        Texte sinngestaltend vorlesen und kurze Textpassagen auswendig vortragen können,

·        Freude am Lesen erfahren und lernen, selbstständig Texte für sich auszuwählen und zu nutzen,

·        eine saubere und lesbare Schrift ab Klasse 5 bei allen Hausaufgaben und Lernkontrollen einüben,

·        einfache Texte fehlerfrei schreiben können.

3.1.2         Lese- und Rechtschreibförderung

Lesen, richtig schreiben und rechnen zu können sind für das Lernen und für unsere Gesellschaft unerlässliche Voraussetzungen. Einem großen Teil unserer Schülerinnen und Schüler fällt aus verschiedenen Gründen dieser Zugang schwer. Wenn innerschulische Förderung nicht zum Erfolg führt, wird oft außerschulische Hilfe in Anspruch genommen. Dies kann aber nicht im Sinne der Schule sein, zumal Eltern von Hauptschülern dies häufig nicht finanzieren können.

Eine Kollegin unserer Schule hat eine Fortbildung für Lerntherapie LRS – schwache Kinder abgeschlossen. Sie hat zu Beginn des Schuljahres ein Pilotprojekt gestartet und versucht, die VAS - Methode (Visuelles Automatisiertes Schreiben) und das Birkenwald – Methodentraining im Unterricht und in der Einzelförderung einzusetzen. Sie hat mit dem Training in einer 6. Klasse begonnen und wenn sich die Methode bewährt, wollen wir sie im nächsten Schuljahr in allen 5. Klassen einsetzen.

In der 6. Klasse werden zurzeit 25 Kinder unterrichtet. Die Vornoten in der Rechtschreibung sahen zu Beginn des Schuljahres wie folgt aus:

·         1 Kind hatte eine 3

·        10 Kinder hatten eine 4

·        10 Kinder hatten eine 5

·         4 Kinder hatten eine 6.

Auf einem Elternabend stellten wir den Versuch vor und boten den Eltern der Schülerinnen und Schüler mit den Noten 5 und 6 eine Einzelförderung an. Zudem sollten alle Schüler und Schülerinnen der Klasse im Deutschunterricht die gleiche Methode kennen lernen und anwenden können:

·        Die Diktatstrategie und Übungsmethode/ Warum manche Wörter schwer sind und die Übungsmethode für die schwierigen Wörter

·        Die Proben für die Groß- und Kleinschreibung

·        Die Dehnungs- und Doppelungsproblematik

Das Konzept der Einzelförderung sieht folgendermaßen aus: Nach der für jedes Kind aus der Klasse erstellten Fehleranalyse kommen die Eltern mit dem Kind 1 – 3 Mal im Abstand von ca. 3 Monaten in die Schule, um gemeinsam mit dem Kind in ein Trainingsprogramm je nach Fehlerschwerpunkt eingewiesen zu werden.

Die Fehleranalyse ist wichtig, um die Fehler eines Schülers strukturieren zu können und um dadurch zu einer zielgerichteten Fördermaßnahme zu kommen. Meistens sind es die Groß- und Kleinschreibung und die Dehnungs- und Doppelungsproblematik, die bis zu 80% der Fehler im Diktat der unteren Jahrgänge ausmachen. Damit das Kind in diesen Bereichen absolute Sicherheit erreicht, ist ein tägliches 5 Minuten Training erforderlich. Deshalb wollten wir versuchen, die Eltern mit ins Boot zu holen und sie in die Trainingsprogramme einzuweisen. Da die Fördermaßnahme noch nicht ganz abgeschlossen ist, kann an dieser Stelle nur ein Zwischenbericht abgegeben werden. Die Noten in der Rechtschreibung sehen jetzt nach 7 Monaten wie folgt aus:

·        1 Kind hat eine 1

·        8 Kinder haben eine 2

·        5 Kinder haben eine 3

·        8 Kinder haben eine 4

·        4 Kinder haben eine 5

·        Kein Kind hat eine 6

Bei zwei Schülern war die Methode nicht erfolgreich, da die Eltern es nicht schafften, mit ihrem Kind regelmäßig 5 Minuten täglich zu üben. Das regelmäßige Üben ist bei rechtschreibschwachen Kindern im ersten Jahr notwendig, damit das Regelwissen automatisiert wird und sie die Lücken, die sie haben, schließen können. Viele der Kinder mit Rechtschreibproblemen sind gut in Mathematik. Ihr Problem ist, dass sie nach Strukturen suchen, die in der Mathematik vorhanden sind. Da es in der Rechtschreibung immer wieder Ausnahmen gibt, sind diese Schülerinnen und Schüler orientierungslos. Sie wissen nicht, warum sie Fehler machen.

In der Einstiegsstunde „warum Wörter schwer sind“ geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler visuell begreifen, dass es Buchstaben gibt, die man nicht hört, die man gleich hört und die man anders hört.

Die Einzelsitzungen bei den 5er und 6er Kandidaten zahlen sich aus, weil man in der Einzelarbeit individuell auf das Kind eingeht, lobt und stärkt, dass es nicht dumm ist, da es ja nicht weiß, warum es Fehler macht. Dadurch holt man das Kind in die Lernmotivation und es ist bereit,  seine Lernfrustration (Blockaden) abzubauen und sich auf etwas Neues einzulassen. Auch die Eltern erhalten Sicherheit, weil sie durch die gemeinsame Einführung in die Trainingsmethoden Sicherheit gewinnen, sie verstehen, warum Wörter schwer sind und warum ihr Kind Schwierigkeiten hat. Jetzt können sie gezielt helfen, weil sie die Ursachen der Fehler verstehen. Der Druck fällt von ihnen und dem Kind ab.

Natürlich sind dieser Methode auch Grenzen gesetzt, z.B. wenn eine Hörverarbeitungsstörung, eine serielle Verarbeitungsstörung oder Wahrnehmungsstörung vorliegt. In diesen Fällen muss eine begleitende Therapie / Behandlung erfolgen. Diese Tendenzen zeigen sich jedoch schon in der Fehleranalyse. Deshalb ist es wichtig, wenn man diese Kinder mit der Einbindung der Eltern einzeln fördern kann, damit man gezielte Fragen stellen kann.

 

3.1.3         Schülerzeitung

Im Nachmittagsbereich bieten wir eine AG „Schülerzeitung“ an. Im ersten Halbjahr des Schuljahres ist diese AG für die Jahrgänge 5 bis 8. Im zweiten Halbjahr bieten wir diese AG unter dem Namen „Abschlusszeitung“ für die Klassen 9 und 10 an. So ist gewährleistet, dass die Motivation der Schüler hoch ist. Die Alexanderschule hat einen Laptopwagen von Hewlett Packard, mit dem die Schüler bei ihrer Arbeit sehr flexibel sind. Der Wagen enthält sowohl die Laptops als auch einen Drucker. Ebenso ist er mit dem Internet vernetzt, so dass die Schüler auch dort recherchieren können.


Redaktionsarbeit am Laptop

Die Arbeitsgemeinschaft „Schülerzeitung“ bietet den Schülern die Möglichkeit, sich auch außerhalb des Deutschunterrichtes mit dem guten sprachlichen Verfassen von Texten auseinanderzusetzen.

Außer der „Schülerzeitung“ bieten wir im Nachmittagsangebot auch noch Förderunterricht in Deutsch an. Am Förder- Deutsch Klasse 5 – 7 nehmen zurzeit 10 Schüler, am Förder- Deutsch Klasse 8 -10 nehmen 14 Schüler teil.

 

3.2                Beherrschung der Grundanforderungen Mathematik

Von vielen Seiten, besonders aus dem Bereich der beruflichen Ausbildung, werden Defizite im Fach Mathematik genannt. Neben den durch die Rahmenrichtlinien festgelegten Themen werden zu Beginn eines jeden Schuljahres Themen des vorherigen Schuljahres aufgegriffen, in einer ca. vierwöchigen Wiederholungsphase geübt und mit einer Lernkontrolle abgeschlossen.

Vor jeder Erarbeitung eines Themas einer Unterrichtsstunde werden Kopfrechenaufgaben gelöst, um den Umgang mit Zahlen und das Verständnis für einfache mathematische Zusammenhänge einzuüben.

Am Ende ihrer Schulzeit sollen von den Schülerinnen und Schülern folgende Inhalte beherrscht werden können:

·        alle Grundrechenarten

·        Umwandeln von Größen

·        Prozent- und Zinsrechnung

·        Flächenberechnungen

·        Volumen und Oberflächenberechnung von einfachen Körpern

·        Bruchrechnung

·        schriftliche Rechenverfahren

·        Überschlagsrechnen

·        Zuordnungen ( Dreisatz )

3.2.1         Umsetzung im Unterricht

Bei der Aufgabensuche wird darauf geachtet, dass Formulierungen in einer einfachen Sprache abgefasst sind und Beispiele aus der Berufs- und Lebenswirklichkeit abdecken, um den Schülern einen leichteren Zugang zum Textverständnis zu ermöglichen.

Zu Beginn der Übungsphase erfolgt die Festigung durch innere Differenzierung, solange in den Klassen 5 – 8 keine äußere Differenzierung stattfindet. Bei der inneren Differenzierung werden den Schülern und Schülerinnen Aufgaben mit drei Schwierigkeitsgraden gestellt, entsprechend ihres Leistungsvermögens.

Bei der Bearbeitung von komplexen Textaufgaben werden heterogene Gruppen gebildet, bei denen die leistungsstarken Schüler und Schülerinnen die schwächeren unterstützen.

Für die Klassen 8 – 10 bieten wir im Nachmittagsbereich einen Leistungskurs in Mathematik an, der zurzeit mit zehn Schülerinnen und Schülern durchgeführt wird. In diesem Schulhalbjahr ist der Förderkurs in Mathe mangels Interesse der Schülerinnen und Schüler leider nicht zustande gekommen. Hierfür müssen wir im nächsten Schuljahr noch mehr werben und auch gezielter über Elterngespräche die Eltern in die Wahl mit einbinden.

 

3.3                Förderung des Verständnisses der Wirtschafts- und Arbeitswelt

3.3.1         Partnerschaftsverträge

Zur Förderung des Verständnisses der Wirtschafts- und Arbeitswelt hat die Alexanderschule einen völlig neuen Weg beschritten. Wir haben mit ortsansässigen Firmen Partnerschaftsverträge geschlossen.

Was als Pilotprojekt gestartet wurde, ist inzwischen fester Bestandteil des pädagogischen Konzeptes der Alexanderschule Wallenhorst geworden. Am 13. September 2002 wurde der erste Vertrag dieser Art zwischen der Firma Pieper, Der Malermeister GmbH und der Klasse 7a geschlossen. Mitunterzeichner waren der Schulleiter Hermann Claushallmann und Bürgermeister Ulrich Belde, die mit ihrer Unterschrift gleichzeitig ihre Unterstützung des Projektes signalisierten.


Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages der Klasse 7c mit der Firma Stavermann

Bis heute konnten bereits fünf weitere Verträge zwischen Firmen aus Wallenhorst und Klassen der Alexanderschule geschlossen werden:

·        Dachdecker Winter mit Klasse 9b

·        Kaffeepartner mit Klasse 8c

·        Rasenmäherparadies Stavermann mit Klasse 7c

·        Porta Möbel mit Klasse 7b

·        Autohaus Lienesch Klasse 8b

Was waren unsere Ziele, die wir durch die Partnerschaftsverträge erreichen wollten?

·        Bessere Kontakte zu den örtlichen Wirtschaftsbetrieben

·        Kennen lernen der besonderen Wünsche der Betriebe sowie

·        Umsetzen der Wünsche ( wenn möglich )

·        Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Schule, Schulträger, Eltern und der Wirtschaft

·        Erfüllung von materiellen Wünschen zur besseren Unterrichtsversorgung und damit

·        Bessere Qualifizierung der Schüler und Schülerinnen

Ob und inwieweit diese gesteckten Ziele erreicht werden konnten soll am Beispiel der bisher durchgeführten Aktionen der jetzigen 9a und der Firma Pieper erläutert werden.

·        Baustellenbesichtigung bei Firma Pieper in Osnabrück

·        Betriebsbesichtung bei Firma Pieper in Wallenhorst

Zu beiden Besichtigungen mussten die Schüler einen Bericht schreiben, der vom Klassenlehrer und von den Firmeninhabern durchgesehen und beurteilt wurde.

·        Die Klasse erhielt eine PC für ihren Klassenraum

Der PC wird im Unterricht überwiegend in den Fächern Deutsch und Erdkunde eingesetzt.

·        Firma Pieper wurde von der Handwerkskammer ausgezeichnet

Dies war ein besonderer Höhepunkt, die Verleihung des Förderpreises der Handwerkskammer Osnabrück – Emsland an die Firma Pieper für den Partnerschaftsvertrag.

·        Die Klasse erhielt Trikots, sie sie bei Turnieren trägt und für die Firma wirbt

·        Der Klassenraum wurde von Schülern mithilfe der Firma Pieper gestrichen

Das war eine besondere Erfahrung für die Mädchen und Jungen der damaligen Klasse 8a, als Frau Pieper mit zwei Auszubildenden mit Rat und Tat beim Renovieren des Klassenraumes half.

·        Häufige Kontakte zwischen Klassenlehrer und Firma

Ein ganz wichtiges Element für das Umsetzen der Vertragsziele ist der Kontakt zwischen Klassenlehrer und Firma. Hier fließen die Anregungen und Wünsche der Firma in die pädagogischen Konzepte des Klassenlehrers ein. Hiervon profitieren beide Seiten gleichermaßen, und ganz besonders die Schüler, um die es ja schließlich geht.

·        Gespräche zwischen der Klasse und den Firmeninhabern

Das Gleiche gilt für die Gespräche zwischen den Firmeninhabern und den Schülern und Schülerinnen, wobei Herr und Frau Pieper die gesamte Klasse davon überzeugen konnten, dass nur eine gute Berufsvorbereitung und spätere Ausbildung Grundlage eines erfolgreichen Berufslebens sind.

·        Bewerbungstraining

Der Kernpunkt des Vertrages liegt bis jetzt eindeutig darin, dass Herr und Frau Pieper in der Klasse ein Bewerbungstraining durchführen. Begonnen hat das im Januar 2004, als  beide ein Vorstellungsgespräch vorführten, in dem deutlich wurde, wie man es machen muss, um einen Ausbildungsplatz nicht zu bekommen. Die anschließende Erörterung mit den Schülern und Schülerinnen war  sehr fruchtbar: alle Jungen und Mädchen erkannten, dass bestimmte Verhaltensweisen während eines Vorstellungsgespräches der eigenen Zielvorstellung abträglich sind.

Das zeigte sich einige Monate später ganz deutlich. Als die 8. Klassen zum Ausbildungsseminar in Duderstadt waren. Der Klasse 8a wurde ein sehr guter Leistungsstand in punkto Bewerbung bescheinigt. Der Seminarleiter Herr Simmert erklärte, dass er ein solches Vorwissen gepaart mit selbstbewusstem Auftreten bei einer 8. Hauptschulklasse noch nicht erlebt habe.

·        Finanzielle Unterstützung

Zu der schon erwähnten materiellen Unterstützung kommt die Übernahme von Fahrtkosten, z.B. zum BIZ und nach Duderstadt. Bis heute hat die Klasse 9a knapp 2500€ erhalten. Als nächstes ist die Anschaffung eines Spindes mit abschließbaren Fächern für jeden Schüler geplant, damit alle ihre (Wert)Sachen während der Ganztagsbetreuung wegschließen können.

·        Weitere Planungen

Neben weiteren Unterrichtsgesprächen  mit Herrn und Frau Pieper soll in Klasse 10 eine Fahrt zur Autostadt Wolfsburg mit Besichtigung des VW-Werkes durchgeführt werden.

Dass sich der Kontakt zwischen den Partnern nicht nur auf vertragliche Vereinbarungen beschränkt, sieht man daran, dass die Firmeninhaber auch zu Veranstaltungen der Klasse wie der jährlichen Weihnachtsfeier eingeladen werden, was für das Erreichen der Vertragsziele nur förderlich sein kann.

Kultusminister Busemann unterstützt diese Partnerschaftsverträge als besondere Form der Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft und hat sie als nachahmenswert ins Internet gestellt unter www.n-21.de/mitmachen  und dort unter „Aktuelles von gestern(Archiv)! Sowie Ideenbörse „Schulsponsoring“.

Dort heißt es unter anderem: „Ihr Modell des Partnerschaftsvertrags trägt zu einer gezielten Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das Berufsleben bei und erhöht damit die Chancen auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Damit unterstützen sie ein wichtiges Ziel der Landesregierung: die Stärkung der Hauptschule durch praxisorientierten und auf die Erfordernisse des Arbeitsmarkts ausgerichteten Unterricht.“

Eine Kopie unseres Partnerschaftsvertrages finden Sie im Anhang bei den Anlagen.

Ich werde an anderer Stelle noch weiter auf die Partnerschaftsverträge eingehen, da sich die Zusammenarbeit zwischen den Klassen und den Firmen sehr unterschiedlich gestaltet hat.

3.3.2         Zusammenarbeit mit den Krankenkassen

In Verbindung mit dem Verständnis der Wirtschafts- und Arbeitswelt ist es auch wichtig, die sozialen Absicherungen im Berufsleben kennen zu lernen. Hierzu findet ein intensiver Austausch mit den Krankenkassen statt, die die Klassen in Vorträgen hierüber informieren.

3.4                Förderung des Leistungsverhaltens

In der Adventszeit hat eine 8. Klasse, die einen Partnervertrag mit der Firma Porta Möbel abgeschlossen hat, bei der Firma  vier Wochen einen Verkaufsstand mit Glühwein und Gebäck betreut. Die Ausbildungsleiterein von Porta Möbel legte größten Wert auf Pünktlichkeit,  akkurates Aussehen und freundlichen Umgang mit den Kunden. Hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass dieser Einstieg in die Berufswelt die Schülerinnen und Schüler auch für ihr Leistungsverhalten in der Schule neu motiviert hat. Das gleiche gilt für die anderen Klassen, die durch Aktionen der Firmen erkannten, welche Anforderungen nach der Schule an sie gestellt werden und dadurch neue Motivation für das Lernen in der Schule erhielten.

3.5                Berufsvorbereitende Leistungsqualifizierung

Seit dem Schuljahr 2001/2002 nehmen in jedem Jahr 20 Schülerinnen und Schüler an einer einwöchigen Berufserkundung in der Handwerkskammer teil. Die Kosten für diese Woche belaufen sich pro Schüler auf 150,00€ und werden von der Schule finanziert. Die Schülerinnen und Schüler melden sich bei ihrem Klassenlehrer/ihrer Klassenlehrerin freiwillig für diese Woche. Bei zu wenigen Meldungen werden seitens der Lehrkraft noch einmal intensive Gespräche mit den Schülern und Schülerinnen geführt.


Ein Schüler im freiwilligen Praktikum als Fliesenleger

Die Handwerkskammer bietet in dieser Woche eine „Vorbereitung auf den Übergang von der Schule in den Beruf“. Hierbei handelt es sich um eine praxisorientierte, betriebsnahe Berufserkundung in den Werkstätten des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Osnabrück.

Die Schülerinnen und Schüler können zwischen folgenden Handwerksberufen wählen:

Gruppe der Bau- und Ausbauberufe

·        Maurer und Betonbauer

·        Zimmerer

·        Dachdecker

·        Straßenbauer

·        Fliesen-, Platten- und Mosaikleger

·        Maler und Lackierer

Gruppe der Elektro- und Metallgewerbe

·        Metallbauer

·        Karosserie- und Fahrzeugbauer

·        Feinwerkmechaniker

·        Kraftfahrzeugmechatroniker

·        Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

·        Elektroniker

Gruppe der Holzgewerbe

·        Tischler

Gruppe der Gewerbe für Gesundheits- und Körperpflege

·        Friseur

Die Handwerkskammer gewährleistet in dieser Woche eine Einführung in berufsspezifische Fertigkeiten durch erfahrene Handwerksmeister, eine Beurteilung der individuellen Ausbildungsreife (handwerkliches Geschick, motorische/manuelle Fähigkeiten, Sozialverhalten, Pünktlichkeit, Interesse am Beruf). Am Ende dieser Woche erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Bescheinigung über die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in Form einer bewerbungsrelevanten Bescheinigung.

Die Alexanderschule hat in den vier Jahren, seit diese Projektwoche läuft, die Erfahrung gemacht, dass diese Woche für die Schülerinnen und Schüler für ihre Berufswahl sehr hilfreich ist, sowohl im positiven als negativen Sinn. Wir hatten Schüler, die von dieser Woche total begeistert waren und wussten, dass ist der Beruf meiner Wahl; wir hatten aber auch Schüler, die nach der Woche sagten, dass sie diesen Beruf auf gar keinen Fall erlernen möchten. Beides ist für den weiteren Berufsweg der Schüler positiv zu bewerten.

4                        Eignungsorientierung

4.1                Eignungsorientierende Unterrichtsarbeit

Im 9. Schuljahr bietet die Alexanderschule Kurse an, die inhaltlich so konzipiert sind, dass sie der berufsvorbereitenden Orientierung dienen können.

·        Der Kurs Arbeit/Wirtschaft hat neben dem Fach Arbeitslehre das Ziel, den Schülerinnen und Schülern anhand von Planbeispielen und Projekten die Zusammenhänge der Wirtschaft insgesamt und die spezielle Rolle der Jugendlichen im Wirtschaftssystem zu verdeutlichen.

·        Am Nachmittag findet einmal in der Woche ein Computerkurs statt. Dieser Kurs bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Einblicke in die EDV – Arbeit kaufmännischer Berufszweige - zu bekommen. Am Ende dieses Kurses bekommen die Teilnehmer bei entsprechenden Leistungen ein Zertifikat ausgehändigt, dass sie auch ihren Bewerbungsunterlagen beifügen können. Dieser Kurs wird von einer Fachkraft aus dem „Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft“ (BNW) in Osnabrück geleitet, damit beruflich bedingte Fragen zur kaufmännischen Berufswelt in dem Kurs kompetent beantwortet werden können.

·        Herr Schülke vom Arbeitsamt kommt in den Arbeit/Wirtschaft Unterricht, um den Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Berufe und Berufszweige ausführlich vorzustellen.

4.2                Eignungsorientierende Arbeit auf der Basis von Lernortkooperationen

Zu Beginn des 8. Schuljahres erkunden die Schülerinnen und Schüler im Klassenverband das Berufsinformationszentrum (BIZ) in Osnabrück. Hier lernen sie unter anderem den Umgang mit den dort vorhandenen Computern, die der Arbeitsplatzsuche dienen sollen. Danach sollen sie sich eigenständig im BIZ über Arbeitsplatzangebote informieren können.

Ein Schwerpunkt der Berufsorientierung ist die Durchführung eines zweiwöchigen Betriebspraktikums in den 8. Jahrgängen unmittelbar vor den Osterferien.

In den 9. Klassen folgt dann für alle Schülerinnen und Schüler ein dreiwöchiges Praktikum. Hierbei wird darauf geachtet, dass dieses Praktikum in einem anderen Berufsfeld absolviert wird als das erste, sodass die Schülerinnen und Schüler nicht nur einen anderen Betrieb, sondern auch ein anderes Berufsfeld kennen lernen.

Darüber hinaus werden mit Beginn des 7. Jahrgangs in jeder Klasse ein bis zwei Betriebserkundungen in den drei Wirtschaftsbereichen (Urproduktion, Handwerk und Industrie, Dienstleistung) durchgeführt.

Um für die Schülerinnen und Schüler eine weitere Verbesserung des Übergangs zwischen Schule und Beruf zu erreichen, sind wir eine lose Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen des Landkreises Osnabrück in Bersenbrück eingegangen. Weiteres hierzu entnehmen sie bitte der Anlage im Anhang.

4.3                Eignungsorientierende Beratungsarbeit auch unter Einbezug externer Berater

Die Alexanderschule hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schülerinnen und Schüler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz umfassend zu begleiten. Die Feststellung, dass unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Problem allein gelassen überfordert sind, und zudem in etlichen Fällen die Unterstützung des Elternhauses fehlt, haben uns als Schule veranlasst, in vielfältiger Weise behilflich zu sein. Auch hier unterstützen uns die Firmeninhaber unserer Partnerfirmen tatkräftig.

4.3.1         Beratung durch die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen

Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule nach der 9. Klasse verlassen wollen und ebenso Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen werden regelmäßig vom jeweiligen Klassenlehrer mit Stellenangeboten aus Zeitungen, lokaler Presse und sonstigen Quellen versorgt. Sie werden angehalten, sich bei entsprechendem Interesse umgehend zu bewerben. Bewerbungen und Unterlagen werden gegebenenfalls von den Klassenlehrern korrigiert.

Die Bewerbungsaktivitäten der einzelnen Schülerinnen und Schüler werden in einem dafür vorgesehenen Formular (Abbildung 1) notiert und vom Klassenlehrer regelmäßig zwei- bis dreimal im Monat kontrolliert. Werden keine Bewerbungsnachweise abgegeben, erfolgt eine Rücksprache mit den Eltern.

4.3.2         Beratungsarbeit durch die Bundesagentur für Arbeit

Der Berufsberater ist regelmäßig zu den Schülern bekannten Terminen in der Schule, um vor Ort in Einzelgesprächen mit den Schülern, wenn gewünscht auch mit den Eltern, Eignungskriterien zu finden, um die Schülerinnen und Schüler weiter zu beraten.

4.3.3         Beratungsarbeit durch externe Firmen

Seit dem Jahr 2000 führt die Alexanderschule Wallenhorst im Rahmen eines Schullandheimaufenthaltes im 8. Schuljahr ein einwöchiges Bewerberseminar durch. Zurzeit findet dieses Seminar im Jugendgästehaus in Duderstadt statt. Das Seminar hat es sich zum Ziel gesetzt, die Schülerinnen und Schüler zu einer bewussten Auseinandersetzung mit ihren persönlichen Ausbildungszielen anzuleiten. Durch den Besuch von verschiedenen Betrieben und Einrichtungen lernen sie vor Ort die Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsfeldern kennen. Gleichzeitig erwerben die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse im Bereich der individuellen Bewerbung um eine Ausbildungsstelle.

In einer so genannten „Simulationsphase“ werden dann verschiedene Vorstellungsgespräche vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet, um dadurch den Schülerinnen und Schülern zu einer individuellen Steigerung des Selbstwertgefühls zu verhelfen und ihnen ein verstärktes Vertrauen in die persönlichen Fähigkeiten zu vermitteln (siehe Programmverlauf Abbildung 2).

4.3.4         Beratungsarbeit durch Partnerfirmen

In den 9. und 10. Klassen greifen die Partnerfirmen die Grundkenntnisse wieder auf, indem sie nun aus Sicht der Wirtschaft mit den Schülern Eignungstests oder Bewerbungsgespräche durchführen. Es ist für die Schülerinnen und Schüler noch einmal eine ganz andere Erfahrung, wenn z. B. ein Firmenchef mit ihnen ein Bewerbungsgespräch durchführt, nicht im Schonraum mit anwesenden Klassenkameradinnen und Klassenkameraden, sondern im Chefbüro einer Firma allein mit dem Chef. Zu diesem Gespräch erhalten der Schüler und die Schülerin anschließend ein Feedback des Firmeninhabers.

 

 

Abbildung 1

Name                                                                                                             Klasse

1. Berufswunsch

 

2. Berufswunsch

 

3. Berufswunsch

 

Bewerbung

Geschrieben am:                  an:  ____________________________

______________                          ____________________________

                                                      ____________________________

Nachricht

 □ Vorstellungsgespräch     □ Absage

     am______________             vom________________

  sonstige ___________________________________________

                   ____________________________________________

Bewerbung

Geschrieben am:                   an: __________________________

_______________                         __________________________

                                                       __________________________

Nachricht

□ Vorstellungsgespräch         □ Absage

    am ________________           vom______________________

□ sonstige ____________________________________________

                   ____________________________________________

Programm der Klassenfahrt nach Duderstadt (Abbildung 2)

Montag

bis 11.00 Uhr   Anreise

11.00-12.30 Uhr         Programmvorstellung

14.00-17.30 Uhr         Wege zu einem Ausbildungsplatz

                                   Die schriftliche Bewerbung mit individueller Note

                                   Vorbereitung des Projekttages: Erstellen eines Fragekataloges

Dienstag

9.00-12.30 Uhr           Projekttag

                                    Besuch in verschiedenen Betrieben und der Stadtverwaltung

14.00-17.30                Auswertung der Ergebnisse und Vortrag im Plenum

Mittwoch

09.00-12.00 Uhr         Das Bewerbungsgespräch I

                                   Persönliches Auftreten

                                    Fragen des Personalchefs und eigene Fragen

14.00-17.30 Uhr         Vorstellungsgespräche mit Videoaufzeichnung

Donnerstag

09.00-12.20 Uhr         Das Bewerbungsgespräch II

                                    Fortsetzung der Gespräche mit Videoaufzeichnung

14.00-17.30 Uhr         Auswertung der Bewerbungsgespräche

Freitag

09.00-12.30 Uhr         Aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt

                                     Gespräch mit einem Berufsberater

                                     Seminarauswertung